Deutschland fördert 175 Millionen Tonnen (Mt) Braunkohlepro Jahr zur Erzeugung eines Viertels seines Stroms (150 TWh/a) in Braunkohlekraftwerken mit einer Gesamtleistung von 22 GW. Die meisten Kraftwerke befinden sichin unmittelbarer Nähe der Tagebaue. Ähnliche Beiträge zur Netzversorgung werden mit Steinkohle (20%) und Kernkraft (23%), der Rest wird aus 17% erneuerbaren Energien sowie aus Erdgas zur Abdeckung von Spitzenbelastungen geliefert.
Als 2002 das deutsche Atomausstiegsgesetz erlassen wurde, um die Abschaltung von 19 Kernkraftwerken innerhalb von zwei Jahrzehnten zu bewirken, sollten Braunkohle und erneuerbare Energien die dadurch entstehende Erzeugungslücke schließen. Die geschätzten 40 Milliarden Tonnen Braunkohlereserven in Deutschland wären rechnerisch dazu ausreichend, die Hälfte des gesamten Strombedarfs (zweimal der heutigen Braunkohleerzeugung) über mehr als ein Jahrhundert zu decken. Das im Jahre 2005 eingeführte EU-Emissionshandelssystem (ETS) hat jedoch die Wirtschaftlichkeit dieser Option bedeutend einschränkt.
Braunkohle deckt derzeit rund 12% des deutschen Primärenergiebedarfs, aber sie verursacht über ein Fünftel der CO2-Emissionen. Gastbeitrag von Jefffrey H. Michel |